Storytelling_Mike.Marketing

Storytelling für kleine Unternehmen

Die Macht des Storytelling in der Kommunikation

Storytelling ist im Moment ein ziemlich gehyptes Buzzword. Das Potential vom „Geschichtenerzählen“ wird verstärkt auch im Marketing bzw. in der Kommunikation genutzt. Es gibt kaum ein Contentmanagement Seminar ohne diesen Fixpunkt auf der Agenda. Immer mehr Unternehmen entdecken Storytelling für ihre Contentstrategie. Aber was genau ist Storytelling und wie können es auch kleinere Unternehmen nutzen, um die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppe auf sich zu lenken und um ihr Unternehmen authentisch und einzigartig darzustellen?

In diesem Beitrag gebe ich zuerst einen kurzen historischen Abriss sowie eine Begriffserklärung. Warum ist gerade heute das Storytelling aus dem Marketing nicht mehr wegzudenken und wie können es KMU ganz einfach nutzen. Abschließend folgt auch meine persönliche, kurze Story.

Storytelling war schon immer da

Seit wir denken können, kommunizieren Menschen miteinander und erzählen sich Geschichten und geben erlebte Erfahrungen weiter. Nicht nur verbal wurden diese Geschichten von Generation zu Generation weitervermittelt, sondern auch schriftlich: Malerisch zB in Form von Höhlenmalereien, später dann auch als gedrucktes Wort, als Gutenberg im 15. Jahrhungert den Buchdruck erfand.

Auch Unternehmen bedienen sich schon lang des Storytellings. Warum? Mithilfe guter Geschichten wird Werbung bzw. „trockene“ Information emotionaler und so einprägsamer. Mit der Jahrtausendwende und der Entwicklung der sozialen Medien (die größte Plattform Facebook wurde 2004 gegründet), gewann Storytelling noch einmal an Bedeutung, denn die sozialen Medien und Plattformen bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, um gute Geschichten zu erzählen.

Was ist Storytelling oder besser: Was ist es nicht?

Ich möchte damit beginnen, was Storytelling NICHT ist: Informationen zusammentragen, bündeln, aufbereiten, logisch darstellen und präsentieren. Denke einfach einmal an sehr sachliche Präsentationen oder Vorträge – was nimmst du daraus mit? Was merkt man sich von solchen Vorträgen? So gut wie nichts. Leider. Die Informationsweitergabe erfolgt hier sehr rational und ohne Emotionen. Storytelling ist genau das Gegenteil: Es ist die Art, WIE Informationen verpackt und kommuniziert werden. Wir müssen in der Welt der Kommunikation von unaufmerksamen und kritischen Konsumenten ausgehen. Genau hier sind rationale Argumente fehl am Platz und genau hier setzt das Storytelling an. Emotionale Überzeugung durch Geschichten ist viel effizienter und erfolgreicher!

Geschichten sind mächtig. Sie sind in der Lage, einen echten Mehrwert zu bieten, sie „verkaufen“ besser.

Warum ist Storytelling so mächtig? Die Neurowissenschften setzen sich schon lange mit diesem Thema auseinander und erklären uns die große Bedeutung von Geschichten wegen ihrer hohen Lern- und Merkfähigkeit wie folgt: Menschen merken sich Geschichten bis zu 22 Mal besser als pure Fakten! Der Grund liegt darin, dass unser Gehirn beim Hören von Geschichten anders funktioniert, als bei der Informationsaufnahme von Zahlen und Fakten (Quelle: J. Bruner in Actual Minds, Possible Worlds).

Warum ist das Storytelling für Unternehmen so interessant

Wir haben gehört, dass wir „Geschichten schon immer erzählen“. Und dass Geschichten so wichtig sind, „weil wir sie uns merken“.

Zum Unternehmenskontext: Wir leben in einem Zeitalter der Informationsüberflutung, wo wir tagtäglich über 3.000 Werbebotschaften ausgesetzt sind. Und es werden immer mehr! Jeder buhlt um unsere Aufmerksamkeit, doch wir Menschen bzw. Konsumenten haben nur eine sehr limitierte Wahrnehmung. Die Kapazität ist bald einmal erschöpft – die Werbebotschaften verpuffen, weil pure Informationen uns schlichtweg überfordern und sich nicht von der Masse abheben. Die Situation verschärft sich zusehends, da wir durch die Online-Welt und den damit unbegrenzten Zugang zu Informationen „zugemüllt“ werden. Genau hier kommt das Storytelling für Unternehmen ins Spiel. Mit Storytelling, guten Geschichten also, kann sich eine Marke in dieser Reizüberflutung abheben. Wir merken uns diese Geschichten und die damit verbundene Botschaft. Gute Geschichten werden in der Kommunikation immer wichtiger, denn sie ziehen ihre Zielgruppe in den Bann und haben auch die Macht, die oft vorhandene Abwehrhaltung der Verbraucher zu durchbrechen. Klingt logisch und ist auch wissenschaftlich erwiesen.

Storytelling – 3 Tipps für KMUs

Was können KMU tun, um gutes Storytelling zu betreiben und sich so in positive Erinnerung zu rufen und präsent zu bleiben?

Folgende kleine Tipps können dir für dein Business helfen:

  1. Mehr persönliche Stories

Wenn du Verkaufsgespräche führst oder sogar vor potentiellen Kunden die Möglichkeit hast, dein Produkt oder deine Marke vorzustellen, erzähl ein bis zwei persönliche Anekdoten dazu. Untersuchungen zeigen, dass diese kleinen, persönlichen Geschichten (in Verbindung mit Produkten) wesentlich einfacher erinnert werden können, als rein sachliche Informationen.

  1. Sei authentisch

Die Geschichte muss zu dir und deinem Unternehmen passen. „Gestellte“ Tatsachen wirken nicht authentisch und werden das Gegenteil von gutem Storytelling auslösen. Sie werden deine Marke nicht unterstützen, du wirst nicht rezipiert – es wird dir eher schaden oder im besten Fall umsonst sein. Du musst es schaffen, dein Publikum emotional an dich zu binden. So könntest du beispielsweise über Probleme und Lösungen erzählen, über Geschichten, die deinen Alltag schwerer oder leichter machen, über Erlebtes….Wesentlich ist hier, Emotionen zu wecken und das Herz deiner Zielgruppe zu erreichen. Dann hast du gewonnen.

  1. Keine Hochglanzvideos

Solltest du in Richtung Video tendieren – super! Videos sind eine tolle Möglichkeit für Storytelling. Viele KMU schrecken davor zurück, weil sie Videos mit hohen Kosten assoziieren. Nein, ist nicht so. Es muss kein Hochglanz-Spot sein. Soll heißen: Sei so, wie du bist. Du hast wahrscheinlich keine Werbeagentur oder ein Budget, um durchgestylte Videos zu drehen. Ist in diesem Fall auch gar nicht erforderlich. Im Gegenteil, das wirkt nicht authentisch, sondern gestellt.

Die User wollen authentische Videos von deiner Werkstatt, deiner Bäckerei, deiner Tankstelle, deinem Atelier, deinem Office…sehen. Zeig, wie du deine Produkte herstellst, wo du die Zutaten einkaufst, welche Personen dein Unternehmen ausmachen, wann du in der Früh schon in der Bäckerei bist, etc. Das ist authentisch, und das muss nicht von Professionalisten umgesetzt werden. Es reicht ein Smartphone mit einigen Sekunden Videomaterial, hochgeladen auf Facebook. Im Idealfall wird das Video viral und verbreitet sich von selbst.

Deine Aufgabe

Überlege einmal, welches Posting dir auf Facebook ganz besonders in Erinnerung geblieben ist? Welches Unternehmen bzw. welche Marke ist der Absender? Was war die Aussage des Postings? Warum war es anders, als alle anderen?

Und nun überlege, wie du für dein Unternehmen Storytelling nutzen kannst. Versetze dich am besten in die Lage deiner Zielgruppe. Was willst du vermitteln? Was ist das Erzählziel? Was soll sich die Zielgruppe denken, wenn sie die Geschichte liest?

Und ich?

Weißt du eigentlich, warum mein Unternehmen ursprünglich mike.marketing hieß? Eigentlich ein sehr männlich anmutender Name, oder? Stimmt. Die Wurzeln liegen in meiner Kindheit: Meine Geschwistern nannten mich immer Mike. Bald war ich in der Familie und im engsten Freundeskreis nur noch die Mike. Es war daher für mich naheliegend, diesen Namen auch für mein Unternehmen zu wählen. Kurz, prägnant – und jetzt auch mit einer Story verbunden.

Vor einiger Zeit änderte ich dennoch meinen Namen, weil, wie gesagt, dieser Firmenname nicht ganz zu der Person passt, die dahinter steht. Ich bin Einzelunternehmer und biete Dienstleistungen und auch Coachings an. Hier fühle ich mich wohler, mit meinem „echten“ Namen.

Und wie bin ich zu Marketing gekommen? Meine Mutter hätte es gerne gesehen, dass ich entweder Klavierlehrerin oder Kinderärztin werde. Ich spielte gerne Klavier, lernte es 12 Jahre lang, aber meine Kenntnisse reichten bei weitem nicht für eine professionelle Ausübung aus. Ich sah es als Hobby. Und Kinderärztin kam für mich leider auch nicht in Frage, da ich kein Blut sehen kann. Ich dachte, das legt sich mit der Zeit, – das war aber nicht so.

Das heißt, ich verließ mit 14 das „sichere“ Land, mich zog es nach Wien in die Schule und ins Internat. Nach der Matura wusste ich noch immer nicht, in welche Richtung es hinsichtlich weiterer Ausbildung gehen sollte, bis ich auf der Uni zufällig an meinem, wie sich herausstellte, „Trauminstitut“ vorbeikam. Jetzt war es klar: Marketing war meine Berufung. Die Schaukästen davor waren so packend, dass ich sofort überzeugt war, dass das genau das Richtige für mich war. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich ein ganz klares Ziel vor Augen: Marketing studieren und dann bei einem renommierten Markenunternehmen arbeiten. Und später selbst Unternehmer werden. Genauso ist es gekommen.

Ich habe in dieser Zeit gelernt: Wenn man eine klare Vision hat, kann man auch konkrete Ziele ableiten und diese ganz konsequent verfolgen. Dann gibt es keine Ausreden mehr, kein Aufschieben und kein „das geht nicht“, denn es findet sich immer ein Weg.

So, das war eine Story hinter meiner Person. Was ist deine Geschichte? Erzähl sie mir.

 

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