Webseiten von lokalen Unternehmen

8 Tipps für die Webseite deines lokalen Unternehmens

Webseite für lokale Unternehmer: diese 8 Punkte solltest du unbedingt beachten

Da ich kürzlich ein tolles Beratungsprojekt mit einer Friseurmeisterin abgeschlossen habe und im Zuge dessen einige Themen zu ihrer Webseite aufgekommen sind, möchte ich heute gerne den Fokus auf „Webseiten für lokale Unternehmen“ legen. Gerade bei dieser Unternehmergruppe beobachte ich häufig, dass sie ihren Webauftritt sträflich vernachlässigen. Offensichtlich gilt hier die vorherrschende Meinung: „Wir haben ein Offline-Business, daher ist unser Online-Auftritt nicht so wichtig.“

Ich möchte dir heute das Gegenteil beweisen!

Meine Wahrnehmung ist, dass es einen großen Qualitätsunterschied der Webseiten zwischen Online-Unternehmen und solchen, die ein lokales Business haben, gibt. Und Faktum ist, für beide ist es nicht egal, welche Strategie mit der Webseite verfolgt wird und welche Zielgruppe man mit welchen Inhalten ansprechen will. Der Online-Auftritt muss heutzutage bei jedem Unternehmer 100 %ig sitzen.

Worauf solltest du als Inhaber eines kleinen, lokalen Unternehmens unbedingt achten? Egal, ob du ein Friseur oder Schuster bist, ein Restaurant oder ein Yogastudio führst, bezüglich Webseite gibt es ein paar essentielle Punkte, die du berücksichtigen solltest.

 

1. Tipp: ROBO – schon mal gehört?

Viele lokale Unternehmer fürchten das sogenannte „Showrooming“. Sprich, Kunden kommen ins Geschäft, lassen sich beraten, kaufen dann aber schlussendlich im Internet. Klar, diese Kunden gibt es.

ABER, viele Kunden machen es genau umgekehrt: Hast du schon einmal von „ROBO“ gehört? Es steht für Research Online, Buy Offline. Das heißt, Kunden recherchieren schon vorab und lesen Rezensionen (Stichwort Google Rezensionen, Amazon Bewertungen, Facebook Empfehlungen…), kaufen dann aber im lokalen Geschäft.

Diese Kunden wollen natürlich gerne wissen, wer hinter dem Unternehmen steckt. Ich behaupte, dass deine künftigen Kunden oft schon ihre Kaufentscheidung getroffen haben, bevor sie überhaupt dein Geschäft betreten. Folglich ist es fahrlässig, hier zu argumentieren: „Unser Online-Auftritt ist nicht so wichtig, wir haben ein lokales Business.“

Bring daher deinen Webauftritt auf Vordermann und mache es deinem Kunden leichter, Vertrauen zu dir/deinem Unternehmen/deiner Marke aufzubauen, denn Vertrauen ist die Basis jeden Kaufs.

 

2. Tipp: Achte stets auf die Aktualität deiner Webseite

Deine Webseite ist nicht nur deine Visitenkarte im Internet und erste Anlaufstelle für die Menschen, die sich für dich interessieren, sie ist einfach Dreh- und Angelpunkt deiner online-Präsenz und auch deine Spielwiese, auf der du dich und deine Leistungen präsentieren kannst.

Achte deshalb immer auf die Aktualität deiner Seite, denn sonst vermittelst du ein verstaubtes Image, das negativ auf dein Angebot abfärbt.

Bei vielen Webseiten habe ich den Eindruck, dass sie, seit ihrer Live-Schaltung vor x Jahren nicht mehr aktualisiert wurden. So sind Kontaktdaten oft überhaupt nicht vorhanden, der News-Bereich zeigt Einträge aus Zeiten, als die Seite erstmals online ging und das Copyright mit Jahrgang 2010 lässt ebenfalls auf das Erstellungsdatum schließen.

Ganz ehrlich – würdest du mit einem nach außen hin „verstaubten“ Unternehmen überhaupt Kontakt aufnehmen?

Hier kommt auch der sogenannte „Halo-Effekt“ zum Tragen: Wir schließen von einem uns bekannten Merkmal (wir sehen die veraltete Webseite) auf viele uns unbekannte Merkmale (wir schließen daher auf eine minderwertige Qualität der Produkte). Willst du das riskieren?

 

3. Tipp: Responsive Design ist ein absolutes Muss

Responsive Design steht für Webseiten, die auf jedem Gerät (Tablet, PC, Smartphone) optimal dargestellt werden.

Ohne diese Funktion geht es heute nicht mehr, da Google seit November 2016 den „Mobile-First“-Ansatz verfolgt.

Google wertet Webseiten ab, die nicht für Handy & Co optimiert sind. Du kannst die Responsiveness rasch überprüfen, indem du zum Beispiel das Gratistool von Google nutzt: Einfach deine URL eingeben und die Analyse starten. Solltest du ein negatives Testergebnis bekommen, ist es höchste Eisenbahn, zu handeln.

 

Mobile Responsive Test

Positives Testergebnis

 

Mobile Responsive test neg

Negatives Testergebnis

 

 

Das wäre aber noch nicht alles zum Thema mobilfreundliche Webseite. Heute geht es darum, eine Nutzerfahrung anzubieten, die auf allen Geräten überzeugend ist. Mittlerweile haben wir mobil mehr Webseitenbesucher als auf dem Desktop!

 

4. Tipp: Nutze gute Fotos, vermeide Stockbilder

Viele alte Webseiten verwenden ausschließlich Stockfotos von Bilderdatenbanken. Finger weg von diesen Allerweltsbildern. Sie sind zu beliebig, zu austauschbar und der durchschnittliche Besucher kennt sie alle.

Integriere diese Bilder vor allem nicht auf der Über mich-Seite. Kunden wollen den „authentischen“ Chef sehen, die echten Mitarbeiter, sie wollen wissen, wer hinter dem Unternehmen steht. Stichwort Vertrauensaufbau. Sie haben kein Interesse an einer Sekretärin aus dem Bilderarchiv.

Klar, auch ich verwende für bestimmte Zwecke Stockfotos, zum Beispiel für meine Blogposttitelbilder oder als Key Visual für meine Angebote. Ich wähle sie jedoch sorgfältig aus, notfalls bearbeite ich sie, sodaß die Bilder zu meiner CI passen. Und ich übertreibe es nicht mit der Anzahl. Meine wichtigen Seiten (Startseite, Über mich-Seite und weitere) enthalten jedoch meine eigenen Bilder.

Meine Empfehlung: Investiere etwas Geld in gute Fotos für deine Webseite. Du polierst damit nicht nur den Persönlichkeitsfaktor auf, sondern hilfst auch deinen Texten, besser zur Geltung zu kommen. Wie heißt es so schön? Gegen ein schlechtes Bild kommt man mit einem guten Text niemals an.

 

5. Tipp: Text-Check

Apropos Text: Geschriebene Inhalte sind genauso wichtig wie Bilder. Die Texte müssen dein Angebot perfekt beschreiben und gleichzeitig gut „scanbar“ sein. Das heißt, bring eine Struktur rein, arbeite mit Überschriften, hebe wichtige Informationen heraus. Achte auf die Schriftart und Schriftgröße. Mit zu kleiner Schrift erschwerst du die Lesbarkeit und frustrierst deine Leser. Sie sind schneller weg als du denkst.

Weil die Webseitenerstellung für viele Unternehmer eher ein unliebsames Thema ist und sie sich vor allem beim Texten sehr schwer tun, werden Texte entweder schnell irgendwie runtergetippt oder einfach an die Agentur, die die Webseite erstellt, ausgelagert. Beides ist nicht optimal. Nimm dir ausreichend Zeit für deine Texte. Wenn die Ideen fehlen, dann hol dir Inspirationen von den Mitbewerbern, schau über den eigenen Tellerrand, schau dir branchennahe Unternehmen an. Kopier sie aber nicht, sondern mach es anders!

 

Fehler lokaler Webseiten_Michaela Benkitsch

Vertreibe deine Besucher nicht! Die Webseite muss aktuell sein!

 

 

6. Tipp: Über mich Seite / Über uns:

Folgende Fehler fallen mir bei Über mich-Seiten immer wieder auf:

1. Sie existiert gar nicht.

2. Sie enthält nur sehr spärliche Informationen wie zB den Namen des Eigentümers und der Angestellten sowie deren Funktion. Ende.

3. Die Seite zeigt eine chronologische Aufzählung der Ausbildungen und beruflichen Stationen, also CV-ähnlich. Ja, das können Zusatzinformationen sein, darf aber nicht der Kern der Über mich-Seite sein.

4. Die Fotos sind nicht aktuell (du siehst zB um 20 Jahre jünger aus oder trägst jetzt Brille). Das ist insofern wichtig, als du Konstanz und Kontinuität über all deine online-Kanäle zeigen solltest. Sprich, verwende zumindest dieselben Bilder auf deinen sozialen Netzwerken. Hier mit Brille, dort ohne Brille kann schon bei Menschen, die dich nicht gut kennen, zu großer Verwirrung führen. Sei also bitte konstant im Außenauftritt.

 

Auf der Über mich-Seite darfst du erzählen, warum du tust, was du tust und wie es dazu kam. Sei ausführlich, sei persönlich. Diese Seite darf lang sein. Erzähl, wie du Hindernisse überwunden hast und jetzt anderen Menschen mit deinem „Erfolgsrezept“ helfen kannst. Das gilt nicht nur für Dienstleister. Auch Unternehmer mit einem lokalen Business sind in gewisser Art „Problemlöser“.

Auf der Über mich-Seite ist Storytelling gefragt. Mach eine geniale Über mich-Seite, denn es ist eine der wichtigsten, wenn nicht DIE wichtigste Unterseite überhaupt. Gib deinen Kunden die Chance, dich kennenzulernen und sich mit dir zu „verbinden“.

Und noch etwas: Geh das Thema langsam an, denn deine Über mich – Seite ist ein iterativer Prozess. Du wirst sie wahrscheinlich ständig optimieren. Auch ich habe wieder kürzlich an meiner eigenen herumgefeilt. Schau gerne mal rüber: https://michaela-benkitsch.com/ueber-mich/

 

7. Tipp: Mach deine Webseite abmahnsicher

Auch in Punkto Rechtssicherheit von Webseiten hat sich vor allem seit der Datenschutzgrundverordnung Einiges getan. Hast du eine ausführliche Datenschutzerklärung? Ich empfehle dir, dich auf dem Blog von Dr. Schwenke umzusehen oder schau auf seiner Facebook Seite vorbei. Er lässt diesbezüglich keine Frage offen. Außerdem bietet Dr. Schwenke auch einen gratis-Datenschutzgenerator, den du unter bestimmten Bedingungen nutzen und deine passgenaue Datenschutzerklärung herunterladen kannst. Eine Datenschutzerklärung ist ein Muss für deine Seite, genauso wie die Umstellung auf sichere Datenübertragung (von http auf https).

Wie sieht es mit deinem Impressum aus? Ist es vorhanden und noch aktuell? Ein fehlendes Impressum ist ein Abmahnklassiker.

Hier bekommst du mehr Informationen zum Impressum

für Österreich https://www.wko.at/service/wirtschaftsrecht-gewerberecht/Website-Impressum.html
für Deutschland https://www.e-recht24.de/artikel/datenschutz/209.html

 

Thema Cookies: Es gibt eine EU-Richtlinie zu den sogenannten „Cookies“, die übrigens fast jede Webseite nutzt. Vielen Unternehmern sind sich aber nicht einmal bewusst, dass ihre Webseite Cookies einsetzt.

Da die Rechtslage zum Thema Cookies eher unklar ist und von Land zu Land verschieden, empfehle ich dir auf jeden Fall, einen Cookies-Hinweis einzubauen.

 

8. Tipp: Google My Business – kostenlos und sinnvoll

Besonders für lokale Unternehmen macht es Sinn, sich bei Google My Business gratis anzumelden. Du bist dann nämlich in der Lage, dein Unternehmensprofil selbst zu gestalten. Das Unternehmensprofil scheint dann idealerweise in den Suchmaschinenergebnissen auf. Ein vollständiges Unternehmensprofil macht viel her und wirkt sehr professionell.

Du kannst Öffnungszeiten angeben sowie aktuelle Neuigkeiten oder Aktionen posten. Dieser Google My Business Eintrag kann sehr einfach mit der eigenen Webseite verknüpft werden. Nutze diese Gratismöglichkeit der Sichtbarkeit bei Google.

Dazu noch ein wichtiger Punkt: Teilweise verfügen Unternehmen bereits über einen solchen Google Eintrag, sie haben ihn jedoch nie selbst angelegt. In diesem Fall fügen irgendwelche User, es kann sich auch um ehemalige Käufer handeln, irgendwelche Daten dazu. Allmählich entsteht so ein Unternehmenseintrag. Das Verheerende jedoch ist, dass User (oder ein dir ev. nicht sehr gut gesonnener Mitbewerber) eventuell falsche Daten hinzufügen – bewusst oder unbewusst. Sprich zB falsche Öffnungszeiten. Um genau diesen Worst Case zu vermeiden, der schon so manches Unternehmen in den Ruin getrieben hat (ich kann mich an Fälle in Amerika erinnern, wo die Konkurrenz bewusst die Daten gefälscht hat), solltest du dich eben aktiv eintragen oder den bereits vorhandenen Eintrag beanspruchen und selbst bearbeiten.

 

So, das sind nun die wichtigsten Punkte, die mir bei eher lieblosen, veralteten Webseiten lokaler Unternehmen so auffallen. Obige Themen kannst du selbst relativ rasch checken und selbst aktualisieren. Wie gesagt, – dein Online-Auftritt, auch wenn du ein Offline-Unternehmen hast, muss einfach passen.

 

Auf Themen wie Storytelling, Benutzerführung, CI, Newsletter, Webseite & Marke, SEO etc. bin ich in diesem Beitrag nicht eingegangen – es würde den Rahmen des Artikels sprengen. Infos zu diesen Punkten folgen demnächst.

 

 

Ich freue mich auf deine Meinung und Anregung in den Kommentaren.

Alles Liebe,
Michaela

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